Informationen über Korea

Korea liegt zwischen der Kontinentalmacht China und der Seemacht Japan. Es ist bewundernswert, daß Korea trotz dieser mächtigen Nachbarländer seine Eigenständigkeit als Staat bewahrt hat und durch die Entwicklung einer eigenen Sprache und Schrift, einer eigenen Lebensweise und eines eigenen Nationalbewußtseins auch eine eigenständige Kultur geschaffen hat, die sich von der Chinas und Japans gänzlich unterscheidet.
(Hermann Lautensach, "Korea - Eine Landeskunde auf Grund eigener Reisen und Literatur", 1945)


Einführung

Korea blickt auf eine 4333jährige Geschichte zurück.
Seit 1945 ist Korea in die Republik Korea (Südkorea) und Nordkorea geteilt.
Koreaner haben Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung.
Der offizielle Staatsname lautet auf Deutsch Republik Korea, umgangssprachlich spricht man meistens von Südkorea. Auf Koreanisch heißt das Land offiziell Daehan Minguk (kor. 대한민국, 大韓民國, dt. „Republik Groß-Korea“). Allgemein wird es in Südkorea mit seiner Kurzform Hanguk (한국, 韓國, „Korea-Staat“) oder Namhan (남한, 南韓, „Süd-Korea“) genannt, in Abgrenzung zu Bukhan (북한, 北韓, „Nord-Korea”). In Nordkorea heißt „Korea“ nicht Han, sondern Chosŏn, entsprechend heißt „Südkorea“ dort Nam-Chosŏn (남조선, 南朝鮮).


Geographische Lage: im Herzen Ostasiens


Karte Asien Die koreanische Halbinsel liegt am östlichen Ende des asiatischen Kontinents zwischen China und Japan. Sie erstreckt sich rund 1 000 km in südlicher Richtung und ist an der schmalsten Stelle 216 km breit. Im Norden bilden die Flüsse Amrok und Duman die Grenze zu China und Russland. Etwa in Höhe des 38. Breitengrades verläuft eine entmilitarisierte Zone, die die Republik Korea von Nordkorea trennt. Im Süden erstreckt sich Korea bis zur Insel Jeju.


Herkunft und Kultur

Die Koreaner gehören zu den ältesten Kulturvölkern der Erde. Es waren Völker mit einer eigenen Sprache, die von Linguisten als eine Variante des Ural-Altaischen, das mit Türkisch, Finnisch und Ungarisch verwandt ist, angesehen wird. Sie sind eine ethnische Familie und sprechen eine gemeinsame Sprache. Anthropologen vermuten, dass die Koreaner von verschiedenen Mongolenstämmen abstammen, die vor allem in der Jungsteinzeit (ca. 5000-1000 v. Chr.) und in der Bronzezeit (ca. 1000-300 v. Chr.) von Zentralasien in die koreanische Halbinsel eingewandert sind.

Wie viele Völker der Erde, führt auch das koreanische Volk den Ursprung des Landes auf eine Legende zurück. Der Beginn der koreanischen Geschichte wird mit dem Jahr 2333 v. Chr. angegeben. In jenem Jahr gründete König Dangun, eine legendäre Figur, das erste Königreich Gojoseon.

Die koreanische Gesellschaft hält an einer starken konfuzianischen Tradition fest. Dies verdeutlicht sich in einem ausgeprägten Familienbewusstsein und in der Betonung hierarchischer Strukturen. Die tief empfundene Loyalität zwischen Verwandten, Mitarbeitern, Klassenkameraden und Freunden liegt auch im Konfuzianismus begründet.


Sprache und Schrift

HangulLinguistische und ethnlogische Studien beweisen, dass die koreanische Sprache zur Ural-Altai-Sprachgruppe Zentralasiens gehört.

Die koreanische Schrift, Hangeul genannt, wurde im 15. Jahrhundert aufgrund der Initiative von König Sejong dem Großen (1418-1450) entwickelt. Das koreanische Alphabet besteht aus 10 Vokalen und 14 Konsonanten, die zu zahlreichen Silbenkombinationen zusammengestellt werden können. Hangeul ist einfach und systematisch aufgebaut.


Hauptstadt

Republik Korea : Seoul
- Seoul existierte als Hauptstadt Koreas bereits 100 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Columbus.
- Ähnlich wie Berlin ist Seoul nicht nur Hauptstadt, sondern auch das Herz der Republik Korea
- Die Fläche Seouls beträgt heute 605,5qkm, Seoul hat ca. 10,3Millionen Einwohner(Stand Dezember 2001)
Nordkorea: Pjöngjang


Kultureller Austausch zwischen Korea und Deutschland

Koreaner besitzen ein großes Interesse an der deutschen Kultur und Geistes-geschichte. Die Werke vieler namhafter deutscher Schriftsteller sind in die koreanische Sprache übersetzt worden.

Koreaner schätzen deutsche Kompo-nisten und nicht wenige von ihnen können deutsche Lieder oder Gedichte auswendig.
Anlässlich des 250. Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe haben die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Korea 1999 gemeinsam ein Sonderwertzeichen herausgebracht. Dies zeugt von der gegenseitigen Wertschätzung beider Länder und ihrem engen Verhältnis zueinander.

Die Zahl koreanischer Studenten in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Bis 2000 hatten rund 2000 koreanische Studenten in Deutschland promoviert. Sie spielen in der Beziehung beider Länder eine wichtige Rolle.
Gegenwärtig studieren ca. 5 000 koreanische Studenten an deutschen Universitäten.

Mehrere deutsche Universitäten haben ein koreanisches Institut. In zahlreichen Ausstellungen - darunter eine Wanderausstellung - konnten sich die Deutschen ein Bild von der koreanischen Kunst machen. Solche Veranstaltungen fördern das gegenseitige Verständnis beider Völker für die Kultur und Kunst des jeweiligen Partnerlandes.


Die Nationalflagge

TaekeukgiDie koreanische Flagge heißt Taegeukgi.  Sie symbolisiert die Prinzipien von Yin und Yang der asiatischen Philosophie.  Das Wort leitet sich von Taegeuk ab, was so viel heißt wie "Kreis in der Mitte".

Die ursprüngliche Fahne soll auf Anordnung von König Gojong (1863-1907) entworfen worden sein.  Dieser erste Entwurf existiert aber nicht mehr.  Das einzige, was man von dieser Fahne weiß, ist, daß in ihrer Mitte ein rot-blauer Kreis angebracht war, um den herum vier Balken mit je drei unterbrochenen Linien angeordnet waren.  Am 6. März 1883 verkündigte König Gojong per königlichem Dekret, wie die Fahne ungefähr aussehen sollte.  Im einzelnen wurde ihre Ausgestaltung aber erst 1948 bei der Gründung der Republik festgelegt.

In der Mitte der Flagge befindet sich ein Kreis, Taegeuk, der in zwei gleiche Hälften geteilt ist, in eine obere rote Hälfte, die Yang, das männliche, und in eine untere blaue, die Yin, das weibliche Prinzip, symbolisiert.  Die obere rote Hälfte repräsentiert die positiven kosmischen Kräfte des Yang. Entsprechend stellt der blaue untere Teil die negativen kosmischen Kräfte des Yin dar.  Beide gemeinsam verkörpern das Konzept ständiger Bewegung und Harmonie, die die unendliche Sphäre charakterisieren.  Diese beiden Symbole des Universums, stehen  sich als die großen kosmischen Kräfte zwar gegenüber, zusammen betrachtet bilden sie aber eine Einheit, ebenso wie aus den Gegensätzen Feuer und  Wasser, Tag und Nacht, Aufbau und Zerstörung, Hitze und Kälte, Plus und Minus usw.  letztlich Harmonie und Ausgewogenheit entstehen.

Der Kreis ist umgeben von vier Trigrammen in den Ecken. Die drei Blöcke in jeder Ecke symbolisieren auch gleichzeitig Dualismus und Harmonie. Die mit den nicht unterbrochenen Linien stehen für den Himmel, die gegenüberliegenden mit den unterbrochenen Linien für die Erde. Am linken unteren Rand sieht man drei Linien, deren mittlere unterbrochen ist, was Feuer bedeutet.  Die Linien, die diesen diagonal gegenüberstehen, sollen das Wasser darstellen.

Der weiße Hintergrund ist das Symbol für die Reinheit und Friedfertigkeit des koreanischen Volkes. Als ganzes betrachtet soll die Flagge den Wunsch des koreanischen Volkes zum Ausdruck bringen, in Harmonie mit dem Universum zu leben.


Fläche

Fläche: 222 154qkm

  • 99 392qkm: Südlicher Teil der koreanischen Halbinsel
  • 122 762qkm: Nördlicher Teil der koreanischen Halbinsel
  • Rund 70% der Fläche Koreas sind Gebirge
  • Die Halbinsel ist von 3 000 Inseln umgeben.

Klima

  • vier ausgeprägte Jahreszeiten
  • Jährliche Durchschnittstemperaturen: 6° – 16°
  • Juli bis August feuchtheiß, Dezember und Februar trocken und kalt, Frühjahr und Herbst gemäßigt

Jahr Frühling Sommer Herbst Winter Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
T-Mittel (°C) 11,5 10,4 22,7 13,4 −0,5 −2,1 −0,3 4,6 10,9 15,9 20,0 23,6 24,4 19,6 13,7 6,9 0,8
T-min (°C) 6,5 4,8 18,5 8,2 −5,5 −7,0 −5,2 −0,8 5,0 10,2 15,3 19,9 20,4 14,9 8,0 1,8 −4,2
T-max (°C) 16,5 16,1 26,9 18,7 4,4 2,8 4,6 9,9 16,8 21,7 24,8 27,4 28,5 24,4 19,5 12,1 5,8
T-Abstand (°C) 10,0 11,3 8,4 10,4 9,8 9,8 9,7 10,6 11,7 11,5 9,5 7,5 8,1 9,5 11,4 10,4 9,9
Frosttage 114,2 26,0 0,7 17,1 70,5 25,5 21,9 18,0 6,7 1,3 0,4 0,2 0,2 0,4 3,6 13,1 23,0
Regentage 119,6 28,1 39,8 26,0 25,6 8,8 8,6 9,1 9,7 9,3 11,6 15,2 13,1 10,0 7,3 8,7 8,2
Niederschlag (mm) 1404 287 723 283 111 37 44 66 110 111 187 289 247 159 67 57 30
Luftdruck (hPa − 1000) 11,9 9,0 22,2 12,1 4,2 3,7 4,2 5,7 8,8 12,5 17,9 24,1 24,5 17,7 11,3 7,2 4,6
Bewölkung (%) 52,9 51,8 66,9 49,9 43,2 42,2 47,5 49,7 52,1 53,6 66,2 71,8 62,7 59,4 45,2 45,0 40,0

Bevölkerung

  • 47,6 Millionen Einwohner(Anfang 2002)
    Männlich: 50.7 %, Weiblich: 49.3 %
  • jährliche Bevölkerungszuwachsrate:
    0,63 %
  • Bevölkerungsdichte:
    479/Personen/qkm
  • Personen pro Haushalt: 3,1
  • Nordkorea: ca. 22,3 Millionen Einwohner(Ende 2001)

Buddhismus in Korea Religion

  • Bevölkerung mit Konfession:
    22 597 824 (50,7 %)
  • Davon sind:
    - Buddhisten: 45,6 %;
    - Protestanten: 38,7 %;
    - Katholiken: 13,1 %;
    - Konfuzianer: 0,9 %; Andere: 1,7 %

Staatsform

  • Republik mit präsidialer Verfassung
  • Der amtierende Präsident Südkoreas ist Lee Myung-bak, der am 25. Februar 2008 in die Amtsnachfolge von Roh Moo-hyun trat.